IT portamento Artikulation Kernbegriff Support my free tools
gleitender Übergang zwischen zwei Tönen
- Abkürzung
- port.
Was ist das?
Portamento ist ein kontrolliertes, ausdrucksvolles Gleiten von einem Ton zu einem anderen.
Welche Funktion hat es?
Zwischen zwei melodischen Noten lässt der Ausführende die Tonhöhe kurz gleiten, statt sauber zu wechseln — ein Sänger trägt die Stimme über das Intervall, ein Streicher lässt die linke Hand hörbar in die neue Position gleiten. Es verbindet zwei Noten; es ist kein voller Durchlauf durch die Skala.
Eine dezente, vokalartige Beugung zwischen zwei Noten, warm und ausdrucksvoll — als Phrasierung gehört, nicht als Spezialeffekt.
Nicht mit Portato verwechseln. Portato ist eine Artikulation; Portamento ist ein Gleiten.
Im Kontext
Portamento (it. "ein Tragen") war im 19. und frühen 20. Jahrhundert ein Grundmittel lyrischer Phrasierung, keine Wirkung. Frühe Aufnahmen zeigen, wie verbreitet es war: Mengelberg drillte einen einheitlichen Portamento-Stil in die Concertgebouw-Streicher, und Marie Halls Aufnahme von 1916 des Elgar-Violinkonzerts unter dem Taktstock des Komponisten ist voll langsamer, expressiver Gleitungen. Als die Mode nach dem Zweiten Weltkrieg verblasste, nahm das kontinuierliche Vibrato ungefähr umgekehrt proportional zu. Auf Instrumenten wie Posaune und Pauke werden "portamento" und "glissando" austauschbar verwendet; die nützliche Unterscheidung lautet: Portamento trägt zwischen zwei Noten, während ein Glissando hörbar durch den Tonraum wischt.
Entsprechende Begriffe
- EN portamento
- DA portamento
- DE Portamento
- FR portamento
Kontext in der Partitur
See also
- Glissando (portamento equivalence; trombone/timpani usage) — Wikipedia
- The Forgotten Art of Portamento (Bruckner/Mahler era) — International Horn Society
- Gustav Mahler — Performance Practice Through Sound Recordings — Yale University Library
- Edward Elgar — Performance Practice Through Sound Recordings — Yale University Library
- Avid — Sibelius 6 Italian reference guide
- American Choral Directors Association — Choral Journal, April 2014
- The Elgar Society Journal — April 2015