EN imitation compositionTechnique Kernbegriff Support my free tools
eine Stimme übernimmt die Idee einer anderen
Was ist das?
Imitation ist eine kontrapunktische Technik, bei der eine Stimme eine erkennbare Idee aufnimmt, die zuerst von einer anderen Stimme vorgestellt wurde.
Welche Funktion hat es?
Einer Stimme eine Phrase geben und eine zweite Stimme dieselbe Idee eine Zählzeit oder einen Takt später beantworten lassen, meist transponiert — am häufigsten zur Quinte (Dominante). Werden die Einsätze gestapelt, entsteht ein Imitationspunkt, der Motor der Renaissancepolyphonie; wird der Abstand zwischen den Einsätzen enger, entsteht stretto; schließt sich die Schleife streng, wird daraus Kanon; baut man einen ganzen Satz auf einem einzelnen Thema mit Antwort in der Quinte, hat man eine Fuge. Die Imitation kann genau sein oder durch Umkehrung, Augmentation oder Diminution gelockert werden — das Ohr muss nur erkennen, dass die Idee in einer neuen Stimme zurückkehrt.
Die Textur klingt gewebt statt gestapelt: Dieselbe Gestalt taucht in verschiedenen Registern wieder auf, sodass der Hörer einer einzelnen Idee folgt, die von Hand zu Hand gereicht wird. Es wirkt wie Handwerk und Unausweichlichkeit — die Musik scheint aus einer Zelle zu wachsen, nicht aus Akkorden zusammengesetzt zu sein.
Imitation umfasst strengen Kanon, freieren imitierenden Kontrapunkt, Fugenthemen und Prolationsimitation.
Im Kontext
Imitation ist die Wiederholung einer Melodie in einer polyphonen Textur kurz nach ihrem ersten Auftreten in einer anderen Stimme, oft zur Quinte transponiert. Aufeinanderfolgende imitative Einsätze bilden einen Imitationspunkt — Grundlage der Renaissancepolyphonie (Josquin) sowie von Fuge und Kanon (Bach).
Entsprechende Begriffe
- DA imitation
- DE Imitation
- IT imitazione
- FR imitation
- ES imitación