Col legno (c.l.): Bedeutung und Verwendung in Musik

Mit dem Holz der Bogenstange spielen, nicht mit den Haaren.

IT col legno Bogentechnik gebräuchlich Support my free tools

Abkürzung
c.l.

Wie wird col legno gespielt?

Den Bogen so drehen, dass die Stange — nicht die Haare — die Saite berührt. Die Standardlesart ist col legno battuto (geschlagen): Der Spieler lässt das Holz auf die Saite springen oder klopfen. Wenn in der Stimme nicht tratto steht, ist battuto gemeint, und die Technik gilt, bis "arco" sie aufhebt. Die Angabe steht über dem System, oft abgekürzt "c.l.", und moderne Partituren ersetzen den Notenkopf häufig durch x, Quadrat oder Dreieck. Zwei Warnungen gehören dazu: Der Effekt ist dynamisch schwach, also trägt er nicht über ein großes Orchester, und Spieler verwenden oft einen weniger kostbaren Bogen, weil das Holz tatsächlich die Saite trifft.

Wie klingt col legno?

Ein trockener, spröder, schwach tonhöhiger Klang, der von mechanischem Geräusch beherrscht wird. Die Tonhöhe ist tief und nahe am Steg klarer und löst sich hoch oben in ein bloßes perkussives Klicken auf. Komponisten greifen danach, wenn sie knochentrockenes Rasseln oder das Unheimliche wollen: Skelette, Groteskes, Vorbeihuschendes.

Im Kontext

Col legno ("mit dem Holz") verlangt vom Streicher, mit der Bogenstange statt mit den Haaren zu spielen. Es teilt sich in battuto (geschlagen) und tratto (gezogen). Zuerst im Frühbarock notiert (Farina, Biber), wurde es zum Standardeffekt des Makabren — Berlioz' Hexensabbat, der Beginn von Holsts "Mars" — und zu einem Grundstein der erweiterten Streichertechnik und Filmmusik des 20. Jahrhunderts.

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